Super Rock 1990 (dt.)

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1990 war ein gradioses Open-Air Jahr. Die Toten Hosen waren am Summer Open Air Festival in Emmendingen Headliner noch vor Status Quo, Faith no more und Abwärts. Black Sabbath tourte durch Deutschland und auch Iron Maiden konnte man vielerorts bewundern. Eines der Highlights war jedoch Super Rock 1990. Der erste grosse Rock Event seit dem tragischen Monsters of Rock 1988.

Mit einem kleinen Cliqueauszug von 7 langhaarigen Jungs und Mädels fuhren wir am abend des 31. August 1990 los. Um Traditionen zu pflegen, stoppten wir unterwegs auf allen 4 Autobahnraststätten, um auf den Kinderspielplätzen unsere Bierdosen zu schiessen und unserer kindlichen Frohnatur nachzugeben. Diesmal endeten wir nicht, wie geplant, vor den Toren des abgesperrten Maimarktgeländes, sondern auf eine Grünfläche vor der Sternenwarte, auf der schon andere Heavy Metal Fans in den Event reinzufeiern schienen.  Das sah überzeugend aus.

Die Erinnerungen an die Nacht wurden durch laute Musik, Rothaus Tannezäpfle und prasselnden Regen umtrübt. Die dünne Baumarktfolie zwischen dem Scirocco und dem Golf II konnte diesem Regen nicht lange standhalten, so dass wir uns am nächsten Morgen durchnässt erst durch Mannheim und dann auf das Gelände schlichen.

Das Konzert war gigantisch. Nach den zwei Openers “The Front” und “Cold Sweat” sahen wir uns die Mädels von “Vixen” genauer an, verabschiedeten uns von “Poision”, um unseren eigenen “Poisengehalt im Blut wieder aufzufrischen und waren dann bereit für Ronald Padevona (alias Ronni James Dio), um sein unglaubliches Organ zu bewundern.

Nach erneut langer Umbauphase (damals gab es noch nicht den Luxus von 2 Bühnen) kam endlich mein Grund für dieses Open Air: AEROSMITH. Mit dem recht frischen “Pump” Album und dem kultigen Album von 1987 “Permanent Vacation” hätten Sie alleine den Abend füllen können. Natürlich kamen aber auch Klassiker, wie “walk this way”. Über zwei Stunden hat, der inzwischen cleane, Steven Tyler auf der Bühne abgerockt, FlikFlaks geschlagen und Luftsprünge gemacht. Ein Feuerwerk an gutem Rocksound.

Im Dunkeln kam dann Whitesnake mit dem damals besten Drumsolo, unterstützt von der besten Lightshow der damaligen Zeit.

Nach dem Konzert fuhren wir zurück auf die Grünfläche, leerten unsere Wein und Whisky-Kanister, schliefen ein paar Stunden und fuhren dann morgens gegen 2 Uhr zurück. Gegen 3.30 Uhr schleuderte uns, unser Fahrer auf der Autobahn mit 150km/h ein paar Böschungen rauf und runter. Die Italiener, die am Unfallort zuerst angekommen helfen wollten, fuhren weg, als wir uns überlegten die Polizei zu rufen und ein Mercedesfahrer, der die Whiskyflaschen in unserem Auto gesehen hatte rief diese dann schliesslich. Gegen 5 Uhr morgens endete ein abenteuerliches und unvergesslichen Open Air Wochenende.

Long live Rock’n'Roll and the Toxic Twins.

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